Wenn der Februar grau und kalt erscheint und die Reiselust nach etwas Außergewöhnlichem verlangt, dann ist es Zeit, den Blick ostwärts zu richten – dorthin, wo Europa auf Asien trifft und wo eine der faszinierendsten Höhlenstädte der Welt darauf wartet, entdeckt zu werden. Uplisziche in Georgien ist mehr als nur ein archäologisches Juwel: Es ist eine Zeitreise in eine längst vergangene Epoche, ein Ort, der perfekt für Abenteuer mit Freunden ist und dabei das Reisebudget schont. Der Februar bietet dabei einen unschlagbaren Vorteil – kaum Touristen, milde Wintertemperaturen und die Möglichkeit, dieses UNESCO-geschützte Monument in nahezu privater Atmosphäre zu erleben.
Eine in Stein gemeißelte Geschichte
Etwa 100 Kilometer westlich von Tiflis erhebt sich aus der kargen Landschaft am Ufer des Flusses Mtkwari eine beeindruckende Felsformation, in die über Jahrtausende eine komplette Stadt geschlagen wurde. Uplisziche, was so viel wie „Festung des Herren“ bedeutet, war einst eine blühende Metropole an der legendären Seidenstraße. Heute wandert man durch ausgehöhlte Felsen, vorbei an antiken Theatern, Tempeln und Wohnhöhlen, die zwischen dem 6. Jahrhundert vor Christus und dem Mittelalter bewohnt wurden.
Der Februar mag auf den ersten Blick ungewöhnlich für einen Besuch erscheinen, doch genau darin liegt der Reiz. Die Temperaturen bewegen sich tagsüber meist zwischen 5 und 10 Grad – kühl, aber durchaus angenehm für ausgedehnte Erkundungstouren. Mit Freunden durch die verlassenen Gassen dieser Felsenstadt zu streifen, wenn die tiefstehende Wintersonne dramatische Schatten auf die Sandsteinfassaden wirft, schafft eine Atmosphäre, die im Hochsommer mit Besuchermassen undenkbar wäre.
Was es zu entdecken gibt
Die Anlage erstreckt sich über mehrere Ebenen und bietet unzählige Winkel zum Erkunden. Der antike Theaterkomplex ist eines der Highlights – ein in den Fels gehauenes Halbrund, das einst Tausende von Zuschauern fasste. Hier lassen sich großartige Gruppenfotos machen, während man sich vorstellt, welche Aufführungen diese Wände einst gesehen haben.
Besonders beeindruckend ist die Halle der Königin Tamar, ein großer Saal mit kunstvoll gearbeiteten Steindetails. Die verschiedenen Wohnhöhlen zeigen, wie ausgeklügelt das Leben hier organisiert war: Es gab Bäckereien mit eingebauten Öfen, Weinkeller mit in den Stein gemeißelten Amphoren-Nischen und sogar ein komplexes Apothekensystem. Mit Freunden kann man sich in verschiedene Richtungen aufteilen und dann die spannendsten Entdeckungen teilen – jeder Winkel dieser Stadt birgt neue Überraschungen.
Die Basilika aus dem 9. Jahrhundert steht als einziges oberirdisches Gebäude auf der Anlage und markiert den Übergang von der heidnischen zur christlichen Ära. Von hier oben bietet sich ein spektakulärer Ausblick über die Umgebung – im Februar oft mit schneebedeckten Bergen am Horizont, was dem Ganzen eine besonders mystische Note verleiht.
Geheimtipps abseits der Hauptrouten
Viele Besucher konzentrieren sich auf die Hauptachse der Anlage, doch wer mit einer abenteuerlustigen Gruppe unterwegs ist, sollte auch die weniger frequentierten Pfade erkunden. Im nördlichen Teil finden sich kleinere Höhlenkomplexe, die vermutlich Handwerkern gehörten. Hier kann man in Ruhe die verschiedenen Ebenen erkunden und die ausgeklügelte Architektur bestaunen, ohne dass andere Besucher im Weg stehen. Ein verborgener Tunnel führt zu einem alten Fluchtweg – perfekt für alle, die das Gefühl echter Entdecker suchen.
Praktische Tipps für die Anreise und Fortbewegung
Von Tiflis aus erreicht man Uplisziche am kostengünstigsten mit den Marschrutkas, den charakteristischen georgischen Sammeltaxis. Diese fahren regelmäßig nach Gori, der nächstgelegenen Stadt, für etwa 3 bis 4 Euro pro Person. Von Gori aus ist es dann ein kurzes Taxi-Stück für weitere 5 bis 7 Euro, das man sich zu viert problemlos teilen kann. Alternativ lässt sich die gesamte Strecke auch mit lokalen Bussen bewältigen, was noch günstiger ist, aber etwas mehr Zeit in Anspruch nimmt.

Wer flexibler sein möchte, kann sich mit Freunden zusammentun und ein Auto mieten. Die Kosten liegen bei etwa 25 bis 35 Euro pro Tag, geteilt durch vier wird das zur echten Schnäppchen-Option. Die Straßen sind im Februar meist gut befahrbar, und die Fahrt selbst wird zum Erlebnis durch die georgische Landschaft.
Der Eintritt zur archäologischen Stätte beträgt nur etwa 2 bis 3 Euro – ein unglaubliches Preis-Leistungs-Verhältnis für das, was geboten wird. Ein lokaler Guide, falls gewünscht, kostet zusätzlich etwa 15 bis 20 Euro für die Gruppe und kann die historischen Zusammenhänge lebendig werden lassen.
Übernachtung ohne das Budget zu sprengen
Gori selbst bietet verschiedene budgetfreundliche Unterkunftsmöglichkeiten. Gästehäuser sind die authentischste Option und kosten zwischen 8 und 15 Euro pro Person in Mehrbettzimmern. Hier erlebt man die legendäre georgische Gastfreundschaft hautnah und bekommt oft ein üppiges Frühstück inklusive, das für Stunden satt macht.
Wer mit einer Gruppe von Freunden unterwegs ist, sollte nach ganzen Apartments Ausschau halten. Für 30 bis 50 Euro lässt sich oft eine komplette Wohnung mit mehreren Zimmern und Küche buchen – geteilt durch vier wird das zur unschlagbaren Option. Der Vorteil: Man kann selbst kochen und spart zusätzlich bei der Verpflegung.
In der Nebensaison Februar sind die Preise ohnehin niedriger, und Spontanbuchungen oft kein Problem. Die Gastgeber sind in dieser ruhigeren Zeit besonders aufmerksam und geben gerne Insidertipps für die Region.
Kulinarische Entdeckungen zum kleinen Preis
Georgien ist ein Paradies für Genießer mit schmalem Budget. In den lokalen Eateries rund um Uplisziche und in Gori bekommt man Khachapuri – das berühmte Käsebrot – für 2 bis 3 Euro. Eine Portion Khinkali, die georgischen Teigtaschen, kostet oft weniger als 4 Euro und macht mehr als satt. Dazu ein Glas lokaler Wein für etwa 2 Euro, und das Abendessen ist perfekt.
Besonders empfehlenswert ist es, in den kleinen Familienbetrieben zu essen, wo man authentische Hausmannskost bekommt. Ein komplettes Menü mit Vorspeise, Hauptgericht und Beilagen liegt hier selten über 8 Euro. Mit Freunden lassen sich außerdem verschiedene Gerichte bestellen und teilen – so probiert jeder mehr von der vielfältigen georgischen Küche.
Auf den lokalen Märkten findet man frisches Obst, Nüsse und das unvergleichliche georgische Brot zu Spottpreisen. Für ein Picknick mit Blick auf die Felsformationen braucht man kaum mehr als 10 Euro für eine ganze Gruppe.
Die Region weiter erkunden
Wer mehrere Tage Zeit hat, sollte die Umgebung nicht verpassen. Die Stalin-Museumsstadt Gori selbst ist umstritten, aber architektonisch interessant und der Eintritt kostet nur wenige Euro. Noch beeindruckender ist das Höhlenkloster Wardsia, etwa zwei Stunden südlich gelegen – eine weitere in Fels gemeißelte Anlage, die noch monumentaler ist als Uplisziche.
Im Februar hat die Kombination mehrerer Ziele den Vorteil, dass man überall auf offene Türen und leere Sehenswürdigkeiten trifft. Die Atmosphäre ist entspannt, die Einheimischen haben Zeit für Gespräche, und das authentische Georgien zeigt sich von seiner besten Seite.
Wer mit Freunden reist, wird schnell merken, dass Georgien wie geschaffen ist für Gruppenreisen mit kleinem Budget. Die Kombination aus unfassbaren Preisen, überwältigender Geschichte und herzlicher Gastfreundschaft macht jeden Tag zum Abenteuer. Uplisziche im Februar zu besuchen bedeutet, dieses außergewöhnliche Erbe fast für sich allein zu haben – eine Erfahrung, die in der Erinnerung nachhallen wird, lange nachdem die Reise vorbei ist.
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