Montenegro im Winter: Diese UNESCO-Stadt kostet im Februar nur einen Bruchteil und bietet Familien etwas, das im Sommer unmöglich ist

Während der Großteil Europas im Februar noch im Winterschlaf verharrt, öffnet sich an der montenegrinischen Küste ein Geheimnis für preisbewusste Familien: Kotor, die mittelalterliche Perle am gleichnamigen Fjord, zeigt sich in diesem Monat von ihrer authentischsten Seite. Ohne die sommerlichen Kreuzfahrtschiff-Massen und zu Preisen, die selbst mit Kindern im Schlepptau das Reisebudget schonen, bietet die UNESCO-Welterbestadt ein Wochenende voller Entdeckungen. Die Temperaturen bewegen sich um angenehme 10 bis 12 Grad – kühl genug für ausgedehnte Stadterkundungen ohne Schweißausbrüche, mild genug, dass die Kleinen nicht ständig frieren.

Eine Stadt wie aus dem Bilderbuch

Die Altstadt von Kotor wirkt wie eine Filmkulisse, die jemand zwischen schroffen Berghängen und dem spiegelglatten Wasser der Bucht platziert hat. Venezianische Paläste, orthodoxe Kirchen und verwinkelte Gassen aus poliertem Kalkstein bilden ein Labyrinth, das Kinder jeden Alters fasziniert. Im Februar gehören euch diese Gassen fast allein – ein seltener Luxus in einer der meistbesuchten Destinationen des Balkans. Die mächtigen Stadtmauern, die sich 260 Meter den Berg hinaufschlängeln, laden zu einem Abenteuer ein, das zwischen gemütlichem Spaziergang und sportlicher Herausforderung changiert.

Was Kotor besonders familienfreundlich macht, ist seine überschaubare Größe. Die gesamte Altstadt lässt sich in einer halben Stunde durchqueren, was bedeutet: keine erschöpften Kinderfüße, keine endlosen Metrofahrten, kein komplizierter Stadtplan. Alles liegt nah beieinander, und wenn die Beine müde werden, wartet die nächste Bank oder ein gemütliches Café nur wenige Schritte entfernt.

Abenteuer auf den Stadtmauern

Der Aufstieg zu den Festungsruinen von San Giovanni ist das Highlight für Familien mit etwas älteren Kindern. Über 1.350 Stufen schlängelt sich der Pfad durch Olivenhaine und vorbei an versteckten Kapellen. Klingt nach viel? Keine Sorge – im Februar ist die Anstrengung bei weitem nicht so schweißtreibend wie in den Sommermonaten, und unterwegs gibt es genügend Plateaus zum Verschnaufen und Staunen. Der Eintrittspreis liegt bei etwa 8 Euro pro Person, Kinder unter sechs Jahren sind oft frei.

Ein praktischer Tipp: Startet früh am Morgen. Nicht nur wegen des Lichts, das die Bucht in goldene Töne taucht, sondern auch, weil ihr dann die Festung fast für euch allein habt. Packt Snacks und Wasser ein – oben gibt es keine Verkaufsstände. Die Aussicht von der Spitze ist atemberaubend und gibt euch das Gefühl, über eine Miniaturwelt aus rostroten Dächern, türkisfarbenem Wasser und grauen Bergriesen zu schweben.

Verborgene Ecken und kulturelle Schätze

In den Gassen der Altstadt verbergen sich zahlreiche Kirchen, von denen viele kostenlos zugänglich sind. Die Kathedrale des Heiligen Tryphon mit ihrem romanischen Charme ist ein Muss, auch wenn der Eintritt mit rund 2,50 Euro zu Buche schlägt. Für Kinder mag das religiöse Interieur weniger spannend sein, aber die Geschichte von Schatzsuchen und venezianischen Händlern, die ihr ihnen dabei erzählen könnt, macht die alten Steine lebendig.

Das Maritime Museum bietet eine willkommene Abwechslung, besonders an einem der gelegentlichen Regentage im Februar. Für etwa 4 Euro pro Erwachsener und ermäßigten Preisen für Kinder erfahrt ihr alles über die Seefahrergeschichte Kotors. Modellschiffe, alte Navigationsinstrumente und Geschichten von mutigen Kapitänen fesseln auch jüngere Besucher.

Natur und Ausflüge in die Umgebung

Montenegro bedeutet „Schwarzer Berg“, und die dramatische Landschaft rund um Kotor macht diesem Namen alle Ehre. Ein Familienausflug nach Perast, ein winziges Barockstädtchen etwa 15 Kilometer nördlich, lässt sich problemlos mit dem öffentlichen Bus bewerkstigen. Die Fahrt kostet nur etwa 2 Euro pro Person und bietet spektakuläre Ausblicke entlang der Küstenstraße. In Perast könnt ihr mit kleinen Booten zur Insel Gospa od Škrpjela übersetzen – ein künstliches Eiland mit einer Kirche, deren Entstehungsgeschichte Kinder lieben werden. Die Bootsfahrt kostet etwa 5 Euro hin und zurück.

Alternativ bietet sich ein Spaziergang entlang der Küste außerhalb der Stadtmauern an. Die Promenade ist flach, kinderwagentauglich und bietet immer wieder Gelegenheiten zum Verweilen. Im Februar ist das Wasser zwar zu kalt zum Baden, aber Steine ins Wasser werfen und nach interessanten Muscheln suchen, funktioniert das ganze Jahr über.

Praktische Spartipps für den Geldbeutel

Unterkunft im Februar zu finden, ist kinderleicht und erschwinglich. Kleine Apartments außerhalb der Altstadt, aber in Gehweite, gibt es bereits ab 40 bis 60 Euro pro Nacht. Diese bieten meist eine Küchenzeile – ein enormer Vorteil für Familien, die nicht jeden Cent im Restaurant lassen wollen. Der lokale Markt in Kotor ist zwar klein, aber ausreichend bestückt mit frischem Obst, Gemüse, Käse und Brot. Ein Frühstück für eine vierköpfige Familie könnt ihr problemlos für unter 10 Euro zusammenstellen.

Die Restaurants in der Altstadt richten ihre Preise natürlich an Touristen aus, aber im Februar sind sie deutlich verhandlungsbereiter. Eine warme Mahlzeit in einem der traditionellen Lokale mit Blick auf den Hauptplatz kostet zwischen 8 und 15 Euro pro Hauptgericht. Kinder essen oft für die Hälfte oder bekommen kleinere Portionen zu reduzierten Preisen. Wenn ihr die Hauptstraßen verlasst und in die Seitengassen abbiegt, findet ihr lokale Bäckereien, die herzhafte Burek-Taschen oder süßes Gebäck für 1 bis 2 Euro verkaufen – perfekt für hungrige Mägen zwischendurch.

Fortbewegung ohne Stress

Das Schöne an Kotor ist: Ihr braucht kaum öffentliche Verkehrsmittel. Die Altstadt ist autofrei, und alles Wesentliche erreicht ihr zu Fuß. Solltet ihr dennoch einen Ausflug in die Umgebung planen, sind die lokalen Busse zuverlässig und spottbillig. Eine Fahrt nach Budva oder Tivat kostet selten mehr als 3 Euro pro Person. Taxis sind ebenfalls erschwinglich, besonders wenn ihr zu viert unterwegs seid – eine 10-Kilometer-Fahrt schlägt mit etwa 10 bis 15 Euro zu Buche.

Der Flughafen Tivat liegt nur 15 Kilometer entfernt, und der Transfer ins Stadtzentrum ist unkompliziert. Busse fahren regelmäßig für etwa 2 Euro, oder ihr nehmt ein Taxi für etwa 15 bis 20 Euro – bei vier Personen oft die bequemere und nicht wesentlich teurere Option.

Wettergerechte Vorbereitung

Februar in Montenegro kann wechselhaft sein. Sonnige Tage mit milden Temperaturen wechseln sich mit bewölkten oder regnerischen Phasen ab. Packt Schichten ein: Fleecejacken, Regenjacken und bequeme, wasserfeste Schuhe sind essenziell. Die Steinpflaster der Altstadt werden bei Nässe rutschig, also achtet auf gutes Schuhwerk für die ganze Familie.

Genau diese Unvorhersehbarkeit macht den Februar aber auch reizvoll. Wenn die Wolken tief über den Bergen hängen und Nebelschwaden durch die Gassen ziehen, bekommt Kotor etwas Mystisches. Und sollte es tatsächlich regnen, sind die Museen, Kirchen und gemütlichen Cafés schnell erreicht.

Kulinarische Entdeckungen für kleine und große Gaumen

Die montenegrinische Küche ist herzhaft, unkompliziert und kinderfreundlich. Gegrilltes Fleisch, frische Fischgerichte und einfache Pasta-Variationen dominieren die Speisekarten. In den lokalen Konditoreien bekommt ihr köstliche Cremeschnitten und andere Süßigkeiten, die selbst wählerische Esser begeistern. Ein Stück Kuchen kostet etwa 2 Euro, ein Cappuccino für die Erwachsenen ebenso.

Traut euch auch an die lokalen Spezialitäten heran: Njeguški pršut, ein luftgetrockneter Schinken aus den Bergen, oder Kačamak, eine Art Polenta mit Käse, sind authentisch und lecker. Viele Restaurants bieten Probierplatten an, sodass ihr ohne großes Risiko verschiedene Geschmäcker testen könnt.

Ein Wochenende in Kotor im Februar ist wie eine Zeitreise in ein Europa, das Familien noch nicht mit überteuerten Attraktionen und überfüllten Sehenswürdigkeiten konfrontiert. Hier zählt noch das Einfache: gemeinsam durch alte Gassen schlendern, Treppen erklimmen, lokale Spezialitäten probieren und abends erschöpft, aber glücklich ins Apartment zurückkehren. Und das Beste: Euer Portemonnaie wird euch am Ende genauso dankbar sein wie eure Kinder für die Abenteuer, die sie hier erleben durften.

Was reizt dich an Kotor im Februar am meisten?
Die 1350 Stufen zur Festung
Leere Gassen ohne Touristenmassen
Apartments ab 40 Euro
Mystischer Nebel über Stadtmauern
Burek für 2 Euro

Schreibe einen Kommentar