Wenn die meisten Europäer noch in Wintermänteln stecken und von Sonnenschein träumen, öffnet sich an der türkischen Riviera ein kleines Paradies für frisch Vermählte. Antalya im Februar ist wie ein gut gehütetes Geheimnis unter Kennern: Die Temperaturen bewegen sich angenehm zwischen 15 und 18 Grad, die Sonne zeigt sich großzügig, und die Sommermassen sind noch in weiter Ferne. Für Paare auf Hochzeitsreise, die ihr Budget im Blick behalten möchten, ohne auf Romantik und unvergessliche Momente zu verzichten, bietet diese mediterrane Perle genau die richtige Mischung aus Kultur, Natur und entspannter Zweisamkeit.
Warum Antalya im Februar die richtige Wahl für eure Flitterwochen ist
Der Februar verwandelt Antalya in eine Bühne für authentische Begegnungen. Die Hotels haben Platz, die Strände gehören fast nur euch, und die Einheimischen nehmen sich Zeit für echte Gespräche. Die Altstadt Kaleiçi erstrahlt in einem besonderen Licht, wenn die Wintersonne durch die engen Gassen fällt und die osmanischen Holzhäuser in warme Farben taucht. Während andere Reiseziele im Februar trist und grau erscheinen, blühen hier bereits die ersten Orangenbäume, und die Luft trägt jenen Hauch von Frühling in sich, der zum Träumen einlädt.
Die Nebensaison bringt einen entscheidenden Vorteil mit sich: Eure Hochzeitsreise wird zum Bruchteil dessen kosten, was ihr im Sommer bezahlen würdet. Unterkünfte bieten Rabatte von bis zu 60 Prozent, Restaurants locken mit Winterpreisen, und selbst die kulturellen Stätten lassen sich in Ruhe erkunden, ohne sich durch Menschenmassen zu drängen.
Die schönsten Erlebnisse für verliebte Entdecker
Zwischen antiken Schätzen und türkisfarbenem Meer
Beginnt eure gemeinsame Reise durch die Zeit in Kaleiçi, dem historischen Kern der Stadt. Diese Altstadt ist ein Labyrinth aus Kopfsteinpflastergassen, versteckten Innenhöfen und Häusern, die Geschichten aus Jahrhunderten erzählen. Der Hadrianstor aus dem Jahr 130 n. Chr. bildet einen majestätischen Eingang zu diesem Viertel. Schlendert Hand in Hand durch die Straßen, entdeckt kleine Kunsthandwerkstätten und verliert euch in der Atmosphäre vergangener Epochen.
Der alte Hafen ist ein Ort, an dem die Zeit stillzustehen scheint. Yachten dümpeln sanft im Wasser, dahinter erheben sich die schneebedeckten Gipfel des Taurusgebirges – ein Kontrast, der selbst die anspruchsvollsten Instagram-Filter überflüssig macht. Setzt euch in eines der kleinen Cafés am Hafen, bestellt einen türkischen Tee für weniger als einen Euro und genießt die Aussicht.
Wasserfälle und Naturwunder für romantische Stunden
Die Düden-Wasserfälle sind ein Muss für jeden Antalya-Besuch. Während die oberen Wasserfälle etwa zehn Kilometer außerhalb des Stadtzentrums liegen und von üppigem Grün umgeben sind, stürzen die unteren Düden-Wasserfälle spektakulär direkt ins Mittelmeer. Der Anblick dieser Wassermassen, die von einer Klippe in die türkisblauen Fluten fallen, ist atemberaubend. Ihr könnt diese Naturwunder kostenlos von verschiedenen Aussichtspunkten bewundern oder für etwa 2 Euro Eintritt die Parkanlage bei den oberen Wasserfällen betreten.
Ein Geheimtipp für Paare, die das Außergewöhnliche suchen: Die Karain-Höhle, etwa 30 Kilometer nordwestlich von Antalya, zählt zu den ältesten bewohnten Höhlen der Türkei. Der Eintritt kostet nur rund 1,50 Euro, und ihr könnt in eine prähistorische Welt eintauchen, die vor 25.000 Jahren bewohnt war.
Kulinarische Entdeckungen ohne Luxuspreise
Die türkische Küche ist legendär, und Antalya macht da keine Ausnahme. Im Februar findet ihr überall in der Stadt kleine Lokale, die authentische regionale Spezialitäten servieren, ohne dass ihr euer Reisebudget sprengen müsst. Ein vollwertiges Mahl mit Vorspeise, Hauptgang und Getränk bekommt ihr in den weniger touristischen Vierteln bereits für 8 bis 12 Euro pro Person.
Probiert unbedingt Piyaz, einen Bohnensalat mit Tahini, der als Antalyas Beitrag zur türkischen Küche gilt. Auch Tandır, im Erdofen gegartes Lamm- oder Ziegenfleisch, ist eine lokale Spezialität, die ihr euch nicht entgehen lassen solltet. Für das Frühstück empfiehlt sich ein traditionelles türkisches Kahvaltı – ein opulentes Fest aus Käse, Oliven, Tomaten, Gurken, Honig, Marmelade und frischem Brot, das in vielen kleineren Pensionen bereits im Übernachtungspreis enthalten ist.

Die lokalen Märkte sind wahre Schatzkammern für Selbstversorger. Der Yenikapı-Markt öffnet seine Pforten jeden Samstag und bietet frisches Obst, Gemüse, Nüsse und Gebäck zu unschlagbaren Preisen. Ein Kilo sonnengereifter Orangen kostet hier keine 50 Cent, und ihr könnt euch für ein Picknick am Strand eindecken, ohne mehr als 5 Euro auszugeben.
Unterkunft mit Charme statt Sterneklassifizierung
Im Februar habt ihr die Qual der Wahl bei den Unterkünften. Kleine Boutique-Pensionen in restaurierten osmanischen Häusern bieten in Kaleiçi ein unvergleichliches Ambiente für 30 bis 50 Euro pro Nacht. Diese familiengeführten Häuser strahlen eine Authentizität aus, die kein Fünf-Sterne-Hotel replizieren kann. Oft verfügen sie über liebevoll gestaltete Innenhöfe mit Zitronenbäumen und Brunnen, wo das Frühstück serviert wird.
Wer direkt am Strand wohnen möchte, findet in Konyaaltı oder Lara auch in der Nebensaison bezahlbare Optionen. Moderne Apartments mit Meerblick und kleiner Küche sind bereits ab 40 Euro pro Nacht verfügbar. Der Vorteil einer Selbstversorger-Unterkunft liegt auf der Hand: Ihr könnt auf dem Markt einkaufen und romantische Abendessen auf eurem Balkon mit Meerblick zelebrieren.
Unterwegs in Antalya: Mobilität zum kleinen Preis
Das öffentliche Verkehrssystem in Antalya ist effizient und günstig. Die nostalgische Straßenbahn, die durch Kaleiçi und entlang der Küste fährt, kostet pro Fahrt etwa 70 Cent, wenn ihr eine wiederaufladbare AntalyaKart kauft (die Karte selbst kostet rund 1,50 Euro). Diese Karte funktioniert auch für städtische Busse, die euch praktisch überall hinbringen.
Für Ausflüge zu den antiken Stätten wie Perge, Aspendos oder Termessos empfehlen sich die lokalen Minibusse (Dolmuş), die vom Busbahnhof abfahren. Eine Fahrt nach Aspendos, wo ihr eines der besterhaltenen römischen Theater der Welt bestaunen könnt, kostet etwa 3 Euro pro Person und Strecke. Der Eintrittspreis für die antiken Stätten liegt meist zwischen 3 und 5 Euro.
Wer die Umgebung flexibel erkunden möchte, kann ein Auto für etwa 15 bis 20 Euro pro Tag mieten. Die Straßen sind im Februar wenig befahren, und ihr könnt versteckte Buchten und abgelegene Bergdörfer im Taurusgebirge entdecken, die in keinem Reiseführer stehen.
Sonne tanken an menschenleeren Stränden
Zugegeben, im Februar ist das Mittelmeer mit etwa 17 Grad nicht gerade zum Schwimmen einladend – es sei denn, ihr gehört zu den Hartgesottenen. Aber genau das macht den Reiz aus: Die kilometerlangen Kiesstrände von Konyaaltı und die Sandstrände von Lara gehören praktisch nur euch. Packt eine Decke ein, bringt etwas zu Lesen mit, und genießt die Wintersonne, die erstaunlich kräftig sein kann.
Die Strandpromenaden laden zu ausgedehnten Spaziergängen ein. Besonders der Konyaaltı-Strand bietet einen spektakulären Blick auf die Berge und erstreckt sich über sieben Kilometer. Hier findet ihr auch kleine Strandcafés, die das ganze Jahr über geöffnet sind und wo ein Cappuccino nicht mehr als 2 Euro kostet.
Praktische Tipps für eure Flitterwochen
Packt Schichten ein – die Tage können warm und sonnig sein, die Abende hingegen kühl. Eine leichte Jacke oder ein Pullover für die Abendstunden ist unverzichtbar. Vergesst nicht, Sonnencreme mitzunehmen; die Wintersonne wird oft unterschätzt.
Die türkische Lira ist momentan günstig, was eure Kaufkraft erheblich steigert. Wechselt Geld nicht am Flughafen, sondern in der Stadt, wo ihr bessere Kurse bekommt. Viele Geschäfte und Restaurants akzeptieren auch Euro, allerdings zu ungünstigen Wechselkursen.
Im Februar finden deutlich weniger geführte Touren statt, was aber kein Nachteil ist. Die antiken Stätten sind auch ohne Guide beeindruckend, und mit einer guten Reise-App oder einem Buch könnt ihr euch die Geschichte selbst erschließen. Das spart nicht nur Geld, sondern gibt euch auch die Freiheit, euer eigenes Tempo zu bestimmen.
Für Paare auf Hochzeitsreise hat Antalya im Februar noch einen besonderen Zauber: Die Stadt ist entspannt genug für romantische Momente zu zweit, bietet aber genug zu entdecken, damit keine Langeweile aufkommt. Zwischen antiken Ruinen, schneebedeckten Bergen und dem glitzernden Mittelmeer werdet ihr Erinnerungen schaffen, die weit über das Budget hinausgehen, das ihr dafür ausgegeben habt.
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